LTE, Kabel & Co.: Schnelleres Internet im Überblick

von AreaDigital Redaktion

Die Geschwindigkeit von DSL wird dadurch limitiert, dass die Strecke zwischen den Verteilerkästen und den Hausanschlüssen über alte Telefonkabel überbrückt wird. Kabelprovider und zukünftig auch LTE Anbieter können diesen Engpass umgehen.

Glasfaser, LTE und Kabel sind schneller als normales DSL

Glasfaser, LTE und Kabel sind schneller als normales DSL | © Deutsche Telekom

Kabelanschlüsse waren ursprünglich ausschließlich dafür gedacht, eine große Zahl von Fernsehkanälen zu übertragen. Zu diesem Zweck wurde ein Breitbandnetz aufgebaut, das im Gegensatz zum Glasfasernetz der Telekom bis zu den Hausanschlüssen reicht. Mittlerweile haben alle Kabelprovider ihre Netze für eine Kommunikation in beide Richtungen ausgebaut. Damit sind sie in der Lage, über ihre Kabelnetze neben digitalen Fernsehanschlüssen auch Internetzugänge anzubieten. Alle Kabelprovider bieten heute Internetzugänge mit Downloadgeschwindigkeiten zwischen 50 Megabit pro Sekunde und 100 Megabit pro Sekunde an. Der Markt ist unter diesen Anbietern regional aufgeteilt, weswegen der Kunde nicht zwischen mehreren Anbietern wählen kann, sondern auf den regionalen Monopolisten angewiesen ist. In Baden-Württemberg ist das Kabel BW, in Nordrhein-Westfalen und Hessen Unitymedia und in allen anderen Bundesländern Kabel Deutschland. Allerdings sind bundesweit mehr als zwei Millionen Haushalte an Hausnetze angeschlossen, die von der Tele Columbus Gruppe betrieben werden. Diese Kunden müssen sich an diesen Anbieter wenden. Die Verfügbarkeit der Internetanschlüsse via Fernsehkabel hängt auch vom Ausbaustatus des Hausnetzes ab und kann daher von Haus zu Haus variieren. Auf den Homepages der Anbieter kann die Verfügbarkeit für jede Adresse abgefragt werden. Für eine erste Kontrolle reicht ein Blick auf die Kabeldose in der Wand: Internetanschlüsse benötigen eine Multimediadose, die drei statt zwei Anschlüsse aufweist.

LTE Anschlüsse

Der neue Mobilfunkstandard LTE birgt das Potenzial, alle bekannten Internetanschlüsse weit zu übertreffen. Allerdings wird dieses Potenzial gegenwärtig noch nicht genutzt. Lediglich in einigen Testregionen wie Hamburg, Berlin und Köln werden im Rahmen von Pilotprojekten wirklich schnelle LTE Anschlüsse mit bis zu 50 Megabit pro Sekunde angeboten. Allerdings müssen sich auch bei dieser neuen Mobilfunktechnik alle Endgeräte, die sich innerhalb einer Funkzelle befinden, die Leistung der Basisstation teilen. Dadurch wird die tatsächlich erreichbare Geschwindigkeit limitiert. In Zukunft mag das anders aussehen, wofür im Wesentlichen zwei Gründe sprechen. Erstens sind bereits deutlich schnellere LTE Varianten als die gegenwärtig eingesetzte verfügbar. Zweitens kann eine LTE Basisstation mehrere Antennen nutzen, weil die Endgeräte den für sie bestimmten Funkverkehr herausfiltern können. LTE ist also ein Kandidat für superschnelle Internetzugänge, kann aber gegenwärtig mit Kabelanschlüssen nicht mithalten.

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