Megaupload: Filehoster geschlossen, Inhaber festgenommen
Den Filehoster Megaupload gibt es nicht mehr: US-Behörden haben den Download-Dienst geschlossen und mehrere Mitarbeiter, darunter auch Inhaber Kim Schmitz, festgenommen.
Der Filehoster Megaupload wurde geschlossen | © Anbieter
Wenn es um die Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen im Internet ging, nahmen Behörden bislang vor allem so genannte Torrent-Netzwerke ins Visier. Mit Megaupload hat es nun jedoch einen Filehoster getroffen, der sich über Premium-Accounts und Werbung finanziert. Wie das US-Justizministerium und das FBI bekannt gaben, sei Anklage gegen insgesamt sieben Personen und zwei beteiligte Firmen erhoben worden. Den Inhaber von Megaupload, der deutschstämmige und in Neuseeland sowie Hong Kong gemeldete Kim Schmitz, wurde bereits verhaftet. Er und vier weitere Mitarbeiter von Megaupload wurden am 19. Januar 2012 in Neuseeland festgenommen, es drohen zwischen 5 bis 20 Jahre Haft. Nach den restlichen Mitgliedern wird noch gesucht. Bei den betroffenen Firmen handelt es sich um die Megaupload Limited sowie Vestor Limited.
Megaupload richtete erheblichen Schaden an
Dem Filehoster Megaupload wird vorgeworfen, das Hochladen von urheberrechtlich geschütztem Material anstatt privater Inhalte zu unterstützen. Schließlich konnten Nutzer Prämien abkassieren, in dem sie populäre Downloads zur Verfügung stellten. In Kombination mit Werbeeinnahmen durften sich die Inhaber laut Behördenangaben über Gewinne in Höhe von rund 175 Millionen US-Dollar freuen. Gleichzeitig habe Megaupload durch Verletzungen des Urheberrechts einen Schaden von ca. 500 Millionen Dollar angerichtet. Um den Sachverhalt genauer zu klären, fanden insgesamt 20 Hausdurchsuchungen in acht Ländern statt, wobei nicht nur diverse Gegenstände im Wert von 50 Millionen Dollar, sondern auch die Server von Megaupload aus den USA, Kanada sowie den Niederlanden beschlagnahmt wurden. Der Filehoster verzeichnete zuletzt über 150 Millionen registrierte Nutzer, wovon täglich 50 Millionen den Dienst besuchten.
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