SOPA: Wikipedia, Google & Facebook protestieren gegen US-Gesetz
Aus Protest gegen eine amerikanische Gesetzesinitiative, dem so genannten SOPA (Stop Online Piracy Act), verweigert Wikipedia derzeit seinen Dienst. Andere Branchengrößen, etwa Google oder Facebook, weisen ebenfalls auf die mögliche Internetzensur hin.
Wikipedia und andere Internet-Portale protestieren gegen US-Gesetzesinitiativen | © Anbieter
Seit dem vergangenen Jahr demonstrieren Netzaktivisten und Portale gegen zwei Gesetzesinitiativen: Der "Stop Online Piracy Act" (SOPA) sowie der "Protect IP Act" (PIPA) ermöglichen es der amerikanischen Regierung, ausländische Seiten zu sperren, auf denen Raubkopien vertrieben werden bzw. sogar gegen Web-Anbieter im Ausland vorzugehen. Während einige Firmen, etwa Filmstudios, diesen Schritt begrüßen, zeigen einige Branchengrößen offen ihre Ablehnung des SOPA bzw. PIPA. So hat Google sein Logo für amerikanische Nutzer mit einem schwarzen Zensurbalken versehen und verweist auf einen Link mit Hintergrundinformationen. Plattformen wie Facebook oder Wordpress beteiligen sich in ähnlicher Weise und platzierten Zensurbalken an verschiedenen Stellen.
Wikipedia führt den digitalen Protest an
Einen Schritt weiter geht die Online-Enzyklopädie Wikipedia: Die US-Version des offenen Lexikons ist seit gestern für ganze 24 Stunden gesperrt und nur mit einem dunklen Titelbildschirm versehen, auf den gegen die beiden Gesetzesentwürfe SOPA und PIPA hingewiesen wird. Der Protest läuft unter der Überschrift "Imagine a World Without Free Knowledge" (Stelle dir eine Welt ohne freien Wissenszugang vor). Wie auch andere Protest-Teilnehmer befürchtet Wikipedia, dass das Gesetz dazu missbraucht werden könnte, auch andere Web-Inhalte abseits der Verstöße gegen geistiges Eigentum zu sperren - quasi als Wegbereiter einer amerikanischen Internet-Zensurbehörde.
Übrigens ist auch die US-Regierung unter Barack Obama gegen die Gesetzesinitiativen - allerdings fehlt Obama der mehrheitliche Rückhalt im Repräsentantenhaus. Während der SOPA im Oktober 2011 von den Republikanern auf den Weg gebracht wurde, ist der PIPA das Werk des demokratischen Senators Patrick Leahy aus Vermont.
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